San Francisco

Die Camper-Abgabe ging ratzfatz, womit wir etwas früh dran sind. Und so bestellen wir erst nach kurzer Rücksprache mit unserer AirBnB-Host bezüglich Check-In-Zeit ein UBER für die Überfahrt nach San Francisco. Als schliesslich unser Fahrer auf den Hof von Road Bear fährt und das gesamte Gepäck verstaut ist, dauert die Fahrt zu unserem Wohnung etwa 40 Minuten.
Unsere Host hat uns gestern alle nötigen Information gesendet, womit der Einlass gewährt ist und ohne Probleme vonstatten geht. Die Wohnung liegt super: etwas erhöht im Dreieck der drei Hügel Nob, Russian und Telegraph Hill. Fast alles in Gehdistanz - mit phänomenaler Aussicht auf die Bucht, Alcatraz und die Oakland Bay Bridge.
Wir packen aus und waschen als erstes mal unsere Dreckwäsche. Das ist bitter nötig und erleichtert dann auch das Ankommen zuhause in der Schweiz. In der Zwischenzeit schmieden wir Abendpläne und stellen unser City-Programm zusammen. Alain reserviert zudem noch in einer Bar namens Bourbon & Branch (meint er zumindest 😂). Nach dem ersten Waschgang steigen leider die Waschmaschine und der Wäschetrockner aus, im Verlauf des Aufenthalts gelingt es uns jedoch noch alles zu waschen.
Den restlichen
Nachmittag ruhen wir uns aus, schreiben am Blog oder unseren Liebsten zuhause. Anschliessend tauschen wir die Wander-Klamotten mit feinem Zwirn und machen uns Schick. Die vermeintlich reservierte Bar Bourbon & Branch ist ein Speakeasy in welches man nur mit einem Passwort Einlass erhält. Leider hat es bei der Reservation wohl eine Verwechslung geben und Alain hat in einer anderen Bar einen Steinwurf entfernt reserviert. Also schreiten wir geschlagen von dannen und genehmigen uns ein Apero in der Tradition Bar. Das tut der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil. Das Tradition entpuppt sich als exzellenter Lückenbüsser mit feinen Cocktails und klasse Bedienung. Nach dieser kleinen Erfrischung nehmen wir ein Taxi zum House of Prime Rib. Jenny und Alain waren schon 2012 hier. Und seither hat sich nicht viel verändert. Das Essen ist nach wie vor sehr lecker, die Bedienung aufmerksam. Aber das hat natürlich seinen Preis.
Alles in allem geniessen wir einen tollen Abend. Und nachdem wir das Lokal verlassen haben, hinkt uns Oli etwas hinterher und druckst herum. Nach kurzem Rätselraten ob er sich verletzt oder sonst ein Leiden hat, zieht er aus dem Hosenbein ein Steak-Messer vom House of Prime Rib. Wir alle können fast nicht mehr, vom Lachen tun uns die Bäuche weh. Oli, der Messerdieb…
Nach einer geruhsamen ersten Nacht trennen wir uns wieder auf, so wie in Las Vegas. Sightseeing und Shopping sind angesagt. Alain und Jenny krabbeln mit Ziel Union Square die stotzigen Hügel rauf und runter. Oli und Murielle tun es ihnen ein wenig später gleich und gehen an der Water Front entlang zur Fisherman’s Wharf. Beide Paare haben am Abend mehr als 15 Kilometer in den Beinen. Da soll einer noch sagen, Shopping und Wandern sei nicht das gleiche…
Das Abendprogramm startet wie am Vorabend: bevor wir gestern von dannen zogen, haben wir natürlich noch eine Reservation im Speakeasy gemacht und so erhalten wir nun doch Einlass 😉 Im schummrigen Licht trinken wir leckere Drinks und erfreuen uns anschliessend an einer Seafood-Platte im Crab House am Pier 39. Da unweit von unserer Wohnung, machen wir nach dem Essen einen gemütlichen Verdauungs-Spaziergang nach Hause.
Der zweite Tag
steht ganz im Sinne von Queen: Bicycle Race! Besser gesagt wollen wir heute Fahrräder mieten. Durch die Fisherman’s Wharf fahren wir der Küste entlang in Richtung Golden Gate Bridge. Im Presidio of San Francisco machen wir einen Halt in der San Francisco National Cemetery. Der historische Militärfriedhof wurde 1884 gegründet und ist einer der ältesten Nationalfriedhöfe an der Westküste der USA. Hier ruhen Tausende von Veteranen, darunter Soldaten aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg, dem Spanisch-Amerikanischen Krieg, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, dem Koreakrieg sowie dem Vietnam. Sehr Eindrücklich. Danach gibt es noch unzählige Fotostops beim Palace of Fine Arts und bei Ausblicken auf die kleine rote Brücke.
Das heutige Etappen-Ziel heisst Sausalitos, doch davor wollen wir auf der anderen Seite der Brücke Battery Spencer mitnehmen. Ein Must-Do-Aussichtspunkt mit einer spektakulären Panoramasicht auf die Golden Gate Bridge, die Skyline von San Francisco und die Bucht. Die historischen Überreste dieser Küstenbefestigungsanlage sind frei zugänglich und ein beliebtes Ziel für Fotografen und Touristen. Die Anlage wurde in den 1890er Jahren errichtet und diente bis ins frühe 20. Jahrhundert als wichtiger Verteidigungspunkt. Die Batterie beherbergte ursprünglich grosskalibrige Geschütze, die die Einfahrt zur Bucht schützen sollten.
Die saumässige Steigung bezwingen wir wie grazile und flinke Bergflöhe an der Tour de France (noooot) 🤣 Aber die Aussicht machen die Strapazen mehr als Wett. Zudem geht es danach nur noch Bbergab respektive machen wir entlang der Bucht bis nach Sausalitos keine Höhenmeter mehr. Dort angekommen stärken wir uns in einem Coffee Shop, besuchen natürlich ein paar Souvenir-Shops und fahren schliesslich gemütlich mit der Fähre zurück nach San Francisco. Nachdem wir das Schiff beim Ferry Building verlassen haben, satteln wir ein letztes Mal unsere Drahtesel und pedalen entlang der The Embarcadero zurück zur Verleihstation.
Da wir Gewohnheitstiere
sind ändern wir für das Tages-Restprogramm nur die Lokalitäten. Der Ablauf bleibt in etwa derselbe wie die Abende davor. In der „The View Lounge“ im 39. Stock des Marriott Marquis lässt es sich gut leben. Wir bestellen uns einen Drink, geniessen die tolle Rundum-Aussicht auf die Nacht-Skyline von San Francisco und der Bay Area. Nach dem Apéro gibt es lecker Abendessen im Italiener "um die Ecke". Im A16 lassen wir es uns bei Antipasti und Pizza gutgehen inklusive Bestellung auf italienisch. Super Konzept, super Essen, super Restaurant. Auf der UBER-Rückfahrt verdient sich der Fahrer noch ein Extra-Trinkgeld, weil er uns die Lombard Street hinab chauffiert und unten einen Fotostopp einlegt. Ein verrückter Kerl 🥳
Der letzte Tag vor der Abreise wird eine Mischung aus Sightseeing, Fototag, letzte Mitbringsel kaufen und Abschied nehmen. Wir gehen nochmals zur Fisherman’s Wharf, naschen Schokolade bei Ghirardelli und am Nachmittag gibt es zur Stärkung die obligate Clam Chowder mit Fish’n’Chips und sonstigen Seafood-Snacks. Die zweite Nachmittagshälfte verbringen wir in der Wohnung mit Packen, Koffern wiegen, umpacken, danach nochmals wiegen und wieder umpacken. Irgendwann stimmt in sämtlichen Gepäckstücken das zulässige Aufgabegewicht.
Same same but different:
den letzten Abend gehen wir auf die Suche nach Jack Sparrow. Die Piraten in der Tiki-Style-Bar „Smuggler’s Cove“ sind nicht zu finden und so genehmigen wir uns halt Cocktails auf Rum-Basis und geniessen das dekorative Südsee-Flair der Bar. Anschliessend erwartet uns ein kulinarisches Highlight. Das Foreign Cinema ist eines der bekanntesten Restaurants der Stadt, gelegen im Mission District. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1999 kombiniert es gehobene kalifornische Küche mit einem einzigartigen Kinoerlebnis: Auf einer großen Leinwand im Innenhof werden klassische und unabhängige Filme gezeigt, während die Gäste speisen. An unserem letzten Abend lassen wir es uns also nochmals so richtig gut gehen.
Und jetzt heisst es zum zweiten Mal innert weniger Tage traurig Abschied nehmen: tschüss Camping-Abenteuer, tschüss Pfupfis, tschüss super Wohnungen in Denver und San Francisco, tschüss crazy Las Vegas und lieb gewonnenes San Francisco, tschüss wunderschönes USA. Du warst zum wiederholten Male gut zu uns.
Mit einem vollgestopften UBER-XL steuern wir den Flughafen an. Das Luggage-Drop-Off klappt ohne grosses Gedöns. Der Fahrer weicht aus Vorsicht extra den Hügeln aus und umfährt die Stadt in Küstennähe. Das Gewicht der acht (!) Koffern ist bis auf das letzte Gramm ausgereizt (hat ja gestern auch gedauert mit Packen 🫣). Die Dame am Check-In-Schalter teilt uns mit, dass unser Gepäck bis nach Zürich durchgecheckt wird. Mit unseren zwei Stop-Over ist das natürlich eine willkommene Erleichterung. Den Sicherheitscheck lassen wir stoisch über uns ergehen, dann heisst es warten aufs Boarding.
Der erste Flug
mit Alaska Airways nach Seattle ist kurz und pünktlich. Danach steigen wir in eine Maschine von Iceland Air nach Reykjavik um. Dieser Flug ist alles andere als geruhsam. Hinter uns sitzt eine vierköpfige Familie. Ein Kind ist noch ein Baby, das andere etwa drei oder vier Jahre alt. Das Baby schreit fast den ganzen Flug - da kann man ja nicht viel machen und ist für uns keine allzu grosse Sache… Aber der ältere „Goof“ tritt mit seinen Füssen die ganze Zeit an unsere Rückenlehnen. Und den Eltern - vor allem dem Vater - ist es wichtiger seine schei*?# Filme zu schauen. Mordgedanken nach 7 Stunden Flug sind dann aber unser kleinstes Problem. Wir landen zwar vor der geplanten Ankunftszeit, allerdings ist der Taxi-Platz noch von einem anderen Flugzeug besetzt. Geschlagene 30 Minuten harren wir der Dinge. Uns wird Angst und Bange. Knapp erreichen wir den Anschlussflug nach einem ansehnlichen Sprint durch den halben Flughafen - Usain Bolt hätte applaudiert - und beim besteigen der Boeing 757-200 können wir tatsächlich noch unserem Gepäck zuschauen, wie es im Bauch des Fliegers verschwindet.
Nach knapp 15 Stunden Reisezeit kommen wir in Zürich an. Die Koffer haben die zwei Stops samt Transatlantik-Flug auch mitgemacht und so begeben wir uns mit dem Zug auf die letzte Etappe. Am Bahnhof in Bern respektive in Thun erwarten Alain’s Mutter und Oli’s Eltern gespannt und mit grosser Freude. Und so müssen wir nicht mal unser Gepäck nach Hause schleppen. Was für ein Service!!
Und, Leute, was sollen wir sagen respektive schreiben: das war’s! Wir haben fertig. Flasche leer! Danke für das Mitlesen und Kommentieren. Es war uns ein Mal mehr eine Freude euch an unseren Erlebnissen und Abenteuern teilhaben zulassen.
